Sicherheit

Sicherheit, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Was über die Verträglichkeit von Cissus quadrangularis bekannt ist, wer vorsichtig sein sollte und welche Wechselwirkungen möglich sind.

Zuletzt aktualisiert: 25. Oktober 2026

Wichtig: Diese Seite ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn du Medikamente nimmst, eine chronische Erkrankung hast, schwanger bist oder stillst, sprich vor der Einnahme mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder in der Apotheke.

Was über die Verträglichkeit bekannt ist

In den veröffentlichten Humanstudien wurde Cissus über 8 bis 24 Wochen meist gut vertragen. Die längste placebokontrollierte Studie (Benjawan 2022, 108 Frauen, 24 Wochen) fand keine Zunahme von Nebenwirkungen gegenüber Placebo. In der Studie mit trainierten Männern (Bloomer 2013) wurden bei 3.200 mg täglich keine Nebenwirkungen und keine Veränderungen bei Blutdruck, Puls oder Blutwerten berichtet. In Tierversuchen traten selbst bei sehr hohen Dosen keine akuten Vergiftungen auf (Potu 2010).

Aber: Die Studien waren klein und kurz. Über die Langzeiteinnahme über viele Monate oder Jahre gibt es keine belastbaren Daten.

Mögliche Nebenwirkungen

Berichtet werden vereinzelt:

  • Blähungen, Durchfall oder Magen-Darm-Beschwerden
  • Mundtrockenheit
  • Kopfschmerzen
  • Schlafprobleme

Diese Beschwerden sind meist mild. Wenn sie auftreten, setz das Produkt ab.

Wer vorsichtig sein oder verzichten sollte

Situation Empfehlung
Schwangerschaft und Stillzeit Verzichten. Es gibt keine Daten zur Sicherheit.
Kinder und Jugendliche Verzichten. Es gibt keine Daten.
Diabetes, blutzuckersenkende Medikamente Nur nach ärztlicher Rücksprache. Einige Studien berichten eine Senkung des Blutzuckers, zusammen mit Medikamenten droht Unterzuckerung.
Geplante Operation Rechtzeitig vorher absetzen und das Behandlungsteam informieren, unter anderem wegen möglicher Effekte auf den Blutzucker.
Regelmäßige Medikamente Rücksprache halten, besonders bei Produkten mit Piperin (siehe unten).
Allergie gegen Weinrebengewächse Verzichten.

Wechselwirkungen

Blutzuckersenkende Mittel (z. B. Metformin, Insulin, Sulfonylharnstoffe): mögliche Verstärkung der Wirkung.

Piperin als Zusatzstoff: Einige Cissus-Produkte enthalten Schwarzer-Pfeffer-Extrakt (Piperin). Piperin kann Enzyme und Transporter beeinflussen, die Medikamente abbauen oder aufnehmen. Dadurch können Wirkspiegel von Arzneimitteln steigen. Wer Medikamente nimmt, sollte Produkte ohne Piperin wählen oder ärztlich Rücksprache halten.

Schmerz- und Entzündungsmittel: In Laborstudien hemmen Cissus-Extrakte dieselben Enzyme wie Ibuprofen oder Aspirin (Bhujade 2012). Ob das beim Menschen zu Wechselwirkungen führt, ist nicht untersucht.

Dosierung: was in Studien verwendet wurde

Eine offizielle Dosierungsempfehlung gibt es nicht. In Studien wurden unterschiedliche Extrakte und Mengen verwendet:

Studie Produkt Tagesmenge
Kuate 2015 CQR-300 (Extrakt) 300 mg
Oben 2006 Cylaris (Mischung) 2 × 514 mg
Benjawan 2022 Cissus quadrangularis 1,2 oder 1,6 g
Bloomer 2013 SuperCissus 3.200 mg

Alle Studien mit Einordnung findest du unter Dosierung.

Diese Werte sind keine Empfehlung, sondern zeigen nur, womit geforscht wurde. Halte dich an die Verzehrempfehlung auf der Packung und überschreite sie nicht.

Rechtlicher Rahmen

Cissus-Produkte werden in der EU als Nahrungsergänzungsmittel verkauft. Sie unterliegen dem Lebensmittelrecht, nicht dem Arzneimittelrecht. Das heißt:

  • Es gibt keine behördliche Prüfung der Wirksamkeit vor dem Verkauf.
  • Für Cissus gibt es keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe nach der EU-Health-Claims-Verordnung (EG Nr. 1924/2006).
  • Aussagen, ein Lebensmittel heile, lindere oder verhüte Krankheiten, sind verboten.

Bei Produkten aus Drittländern, die über Marktplätze verkauft werden, ist nicht immer gesichert, dass sie den EU-Anforderungen entsprechen.

Nebenwirkung melden

In Österreich kannst du unerwünschte Wirkungen von Nahrungsergänzungsmitteln der AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) melden, in Deutschland dem BVL.