Kaufberatung

Extraktverhältnis 20:1 und „4.800 mg“: So entschlüsselst du Mengenangaben

Was ein Drogen-Extrakt-Verhältnis bedeutet, warum große Milligramm-Zahlen oft nur rechnerisch sind und welche Angabe beim Vergleichen wirklich zählt.

Veröffentlicht am 25. Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit

„Hochdosiert: 4.800 mg pro Kapsel!“ Wer Cissus-Produkte vergleicht, findet Zahlen, die physikalisch kaum in eine Kapsel passen. Eine normale Kapsel fasst je nach Größe etwa 300 bis 900 mg Pulver. Wie passen da 4.800 mg hinein? Gar nicht. Die Zahl ist ein Drogenäquivalent.

Was ein Extraktverhältnis bedeutet

Das Droge-Extrakt-Verhältnis (DEV) gibt an, wie viel getrocknete Pflanze („Droge“) für eine Menge Extrakt verwendet wurde. Bei 12:1 wurden aus 12 g getrockneter Pflanze 1 g Extrakt gewonnen.

Hersteller rechnen dann gern zurück: 400 mg Extrakt × 12 = 4.800 mg „Drogenäquivalent“. Die Kapsel enthält trotzdem nur 400 mg.

Ist ein höheres Verhältnis besser?

Nicht unbedingt. Das Verhältnis sagt nur, wie viel Pflanzenmaterial eingesetzt wurde, nicht was im Extrakt landet. Das hängt ab von:

  • Lösungsmittel: Wasser, Ethanol, Ethylacetat oder CO₂ lösen jeweils andere Stoffe. In der Himalaya-Studie unterschieden sich drei Extrakte derselben Pflanze völlig in Zusammensetzung und Wirkung.
  • Pflanzenteil: Traditionell wird der Stängel verwendet. Manche Produkte nennen Blattextrakt.
  • Qualität des Rohstoffs: Herkunft, Erntezeit, Lagerung.
  • Trägerstoffe: Viele Extrakte enthalten Maltodextrin oder andere Hilfsstoffe, die das Verhältnis „strecken“.

Ein 20:1-Extrakt ist also nicht automatisch fünfmal so stark wie ein 4:1-Extrakt.

Welche Zahl wirklich zählt

Für einen fairen Vergleich brauchst du:

  1. Tatsächliche Extraktmenge pro Kapsel in mg (nicht das Drogenäquivalent),
  2. Kapseln pro Tag laut Verzehrempfehlung,
  3. falls angegeben: Ketosteroid-Anteil und idealerweise die Messmethode.

Daraus ergibt sich die Extraktmenge pro Tag. Unser Produktvergleich rechnet alle Produkte auf diese Einheiten um, der Rechner hilft bei deinem eigenen Etikett.

Beispiel aus dem Vergleich

Ein Produkt wird als „2.500 mg“ beworben, der Extrakt hat ein Verhältnis von 5:1. Daraus lässt sich vermuten, dass etwa 500 mg Extrakt pro Kapsel enthalten sind. Sicher wissen wir es nicht, weil die Extraktmenge nirgends klar angegeben ist. Im Vergleich steht deshalb bei diesem Produkt „–“, und die Transparenz-Bewertung ist entsprechend niedriger.

Faustregel

Je größer und runder die Milligramm-Zahl auf der Vorderseite, desto genauer solltest du die Rückseite lesen.

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