News · Übersichtsarbeit
Neue Übersicht: Cissus bei Osteoporose höchstens als Ergänzung
Italienische Forschende haben die Studienlage zu Cissus und Osteoporose zusammengefasst. Ihr Fazit ist vorsichtig und deckt sich mit unserer Einschätzung.
Veröffentlicht am 25. Oktober 2026
Manocchio N, Sorbino A, Devito A et al. Exploring the Role of Cissus quadrangularis in Osteoporosis Management. Orthopedic Research and Reviews 2026; 18: 609378.
Unser Fazit: Cissus könnte bei beginnendem Knochenschwund den Knochenumbau bremsen. Eine Zunahme der Knochendichte ist beim Menschen nicht belegt.
Die wichtigsten Aussagen
Die Übersicht der Universitäten Rom Tor Vergata und Catanzaro bündelt Labor-, Tier- und Humanstudien:
- Labor und Tier: mehr Knochenaufbau, weniger knochenabbauende Zellen, entzündungshemmende und östrogenähnliche Effekte.
- Mensch: Hinweise auf schnellere Bruchheilung (meist Kieferbrüche) und auf einen gebremsten Knochenumbau bei Osteopenie. Keine Zunahme der Knochendichte in den kurzen Studien.
- Sicherheit: In Studien bis sechs Monate wenige Nebenwirkungen, meist leichte Magen-Darm-Beschwerden. Langzeitdaten fehlen.
- Standardisierung: Handelsprodukte unterscheiden sich stark in ihrer Zusammensetzung. Ob sie den Studienpräparaten entsprechen, ist unklar.
Die Kernstudie dahinter
Die wichtigste Humanstudie ist eine randomisierte, placebokontrollierte Studie aus Thailand mit 108 Frauen nach den Wechseljahren und Osteopenie (Benjawan et al. 2022). Nach 24 Wochen mit 1,2 oder 1,6 g Cissus täglich unterschied sich die Knochendichte nicht von Placebo, die Knochenumbau-Marker blieben aber stabiler.
Unsere Einordnung
Das Fazit der Autoren ist angenehm nüchtern: Cissus sei bestenfalls eine Ergänzung, kein Ersatz für bewährte Osteoporose-Therapien. Für die Behandlung einer bestehenden Osteoporose gibt es keine Humanstudie.
Auffällig: Auch diese Übersicht spricht von „Ketosteroiden“ als möglichen Wirkstoffen, zitiert dafür aber keine Humandaten. Warum der Begriff problematisch ist, erklären wir unter Ketosteroide.